Die Teilnehmer laufen durch die Stadt von Eikel

Gemeinsam unterwegs: Das haben die Stadtteilspaziergänge in Herne gezeigt

Wie fühlt es sich an, zu Fuß durch den eigenen Stadtteil zu gehen? Wo kommt man gut voran und wo wird der Weg zur Herausforderung? Bei vier Stadtteilspaziergängen in Herne Mitte, Sodingen, Eickel und Wanne haben Bürgerinnen und Bürger ihre alltäglichen Erfahrungen geteilt und konkrete Hinweise für bessere Wege gegeben.

Mitte Oktober ging es nicht nur darum, Herne zu Fuß zu erkunden. Im Rahmen des Nahmobilitätskonzepts wurden Wege, Plätze und Straßen ganz bewusst aus der Perspektive der Menschen betrachtet, die dort täglich unterwegs sind. Gemeinsam wurde vor Ort geschaut: Wo fehlen sichere Querungsmöglichkeiten? Wo sorgen parkende Autos oder E-Scooter für Probleme? Welche Wege funktionieren bereits gut? Und wo könnten mehr Grün, Schatten oder Sitzmöglichkeiten das Zufußgehen angenehmer machen? Die Anregungen aus den Spaziergängen werden dokumentiert und fließen in die weitere Bearbeitung des Nahmobilitätskonzepts ein.

Herne Mitte: Zwischen Bahnhof, Innenstadt und Aufenthaltsqualität

In Herne Mitte standen ganz unterschiedliche Situationen im Fokus. Rund um den Bahnhof wurden unter anderem Konflikte mit E-Scootern und Fahrrädern angesprochen. Auch die Schulstraße, die Vinckestraße und der Bereich Im Dülskamp waren Thema. Gewünscht wurden beispielsweise niedrigere Geschwindigkeiten und Maßnahmen gegen regelwidriges Befahren.

Gleichzeitig gab es positive Beispiele: Am Robert-Brauner-Platz wurden die direkten Fußwege und die Barrierefreiheit hervorgehoben. Verbesserungspotenzial sahen die Teilnehmenden dagegen beim Thema Schatten und sommerliche Hitze. Auch Sitzmöglichkeiten und ihre Nutzbarkeit für ältere Menschen spielten eine Rolle.

Herne Mitte im Sonnenuntergang
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Sodingen: Barrierefreiheit und sichere Querungen im Blick

In Sodingen führte die etwa 1,5 Kilometer lange Route vom Mont-Cenis-Platz durch die angrenzenden Wohnquartiere bis zum Schulumfeld an der Max-Wiethoff-Straße. Im Mittelpunkt standen sichere Querungsmöglichkeiten, ausreichend breite Gehwege, die Erreichbarkeit von Einrichtungen und die Sicherheit von Kindern. Auch Begrünung, Schatten, Sitzgelegenheiten und Klimaanpassung wurden diskutiert.

Besonders wichtig war den Teilnehmenden die Barrierefreiheit. An mehreren Stellen wurden fehlende abgesenkte Bordsteine und schmale Gehwege angesprochen. Rund um den „Platz am Denkmal“ ging es außerdem darum, wie mehr Begrünung und eine höhere Aufenthaltsqualität geschaffen werden könnten.

Das Team von Herne Mobil
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Eickel: Schulwege und angenehme Wege durch den Stadtteil

In Eickel zeigte sich besonders deutlich, wie unterschiedlich Menschen ihre Wege erleben. Unter den neun Teilnehmenden waren Menschen verschiedenen Alters sowie Personen mit Kinderwagen und Rollator. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Europaschule nahmen teil. 

Rund um die Königstraße und die Europaschule drehte sich die Diskussion vor allem um Geschwindigkeit, Querungen und die Situation durch „Elterntaxis“. Positiv stach dagegen der Heinrich-Weidmann-Weg hervor: Das angenehme Klima,die Beleuchtung und die Bedarfsampel galten dort als klare Stärken. Gleichzeitig kamen für andere Abschnitte fehlende Beleuchtung, mangelnde Sitzmöglichkeiten sowie Einschränkungen für Menschen mit Rollator zur Sprache.

Die Teilnehmer laufen durch die Stadt von Eikel
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Wanne: Gute Verbindungen und sichere Wege schaffen

In Wanne führte der rund zwei Kilometer lange Spaziergang vom Buschmannshof über die Gerichtsstraße und den Grünen Ring bis zum Stadtgarten und zurück zur Hauptstraße. Dabei ging es unter anderem um die Aufenthaltsqualität am Buschmannshof sowie sichere Querungen und das Schulumfeld. Ein weiterer Fokus lag auf Grünwegen und dem Stadtgarten als attraktive Verbindungen durch die Quartiere.

Auch hier zeigte sich: Manchmal sind es vermeintlich kleine Details, die für Menschen zu Fuß einen großen Unterschied machen. Schmale Gehbereiche, parkende Fahrzeuge, eingeschränkte Sichtbeziehungen oder ungünstig gestaltete Querungen können Wege erschweren. Gleichzeitig wurden Grünwege, Mittelinseln und andere bereits gut funktionierende Elemente betrachtet, auf denen bei der weiteren Planung aufgebaut werden kann. 

Die Teilnehmer stehen auf einem Fußgänger weg
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Viele Perspektiven für ein fußgängerfreundliches Herne

Die vier Spaziergänge machen deutlich, dass gute Fußwege mehr bedeuten als einen ausreichend breiten Bürgersteig. Sicherheit, Barrierefreiheit, gute Querungsmöglichkeiten, Begrünung, Schatten und eine angenehme Aufenthaltsqualität gehören ebenso dazu.

Besonders wertvoll sind dabei die Erfahrungen der Menschen, die diese Wege täglich nutzen. Denn sie wissen, wo der Weg zur Schule unübersichtlich wird, welche Kreuzung mit dem Rollator schwierig zu überwinden ist oder welcher grüne Weg im Sommer besonders angenehm ist.

Genau diese Hinweise werden nun in der weiteren Bearbeitung des Nahmobilitätskonzepts berücksichtigt.

Vielen Dank an alle, die mitgelaufen sind, ihre Erfahrungen geteilt und Ideen für die Nahmobilität in Herne eingebracht haben!

Fotoquelle: Stadt Herne